Damit er thematisch rund wird, beginne ich diesen Rückblick bereits im Dezember 2023. Da habe ich mehrfaches Neuland betreten: Mein erster online-Kurs. Mein erster Kinderbuch-Kurs. Mein erster Kontakt mit der Textmanufaktur. Und das alles in einem.
Kursleiterin war Silvia Englert, besser bekannt unter ihrem Alias Katja Brandis. Meine Hoffnung war, in dem Kurs einen Schubs zu bekommen für meine Dreiviertelfee.
Was ich bekam, war kein Schubs, sondern ein Turbo.
Das Irene-Jahr beginnt
Ich erlebte große Wertschätzung, erhielt gute Tipps und nahm viel Motivation mit. Schon nach dem ersten Kurs-Tag entschied ich: 2025 wird mein Irene-Jahr! Ich meldete mich an bei der Kinderbuch-Manufaktur, buchte spontan einen Platz in Stephanie Vifians Schreibcamp und schaute, ob ich mit den anderen Teilnehmer:innen vom online-Kurs in Kontakt bleiben konnte.
Elinas Schwerpunkt sind Geschichten über besondere Kinder mit nicht-sichtbaren chronischen Erkrankungen oder anderen unsichtbaren Hürden – und all die kleinen Momente, die sie inspirieren.
Foto von Irinas Instagram-Account
Mein wertvollster Kontakt daraus ist Elina Manjurka Wie sich herausstellte, mag sie meinen Schreibstil so wie ich ihren. Wir loben und kritisieren uns gnadenlos, und kitzeln beim Text des anderen immer noch Besseres heraus. Keine andere meiner späteren Testleserinnen hat ansatzweise so viel angemerkt wie Elina – und es sind noch zwei andere Autorinnen dabei. Den richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Ich bin ein Glückspilz!
Schreibcamp mit Nachhall
Im März machte ich mich auf in die Niederlande, zum „Camp“ von Stephanie. Es erwarteten mich ein geräumiges Ferienhaus, eine sympathische und kompetente Gastgeberin und acht Schreibseelen, wie ich eine bin. Gegenseitiges Vorlesen, inspirierende Gespräche, gemeinsames Kochen, Schreibübungen und ein persönliches Coaching mit Stephanie machten diese sechs Tage zu einem Highlight meines Schreibjahres. Außerdem besichtigten wir eine Windmühle, und ich fuhr das erste Mal in meinem Leben eine Vespa. Mit Elektromotor statt des Geknatters wäre das sogar ein Gefährt für mich.
Auf Instagram habe ich diesen Beitrag über das Schreibcamp veröffentlicht.
Ich habe Stephanie später für mehrere Lektorate gebucht. Von Silke Herr, die auch im Camp war, habe ich mir Zeichnungen meiner Romanfiguren erstellen lassen. Und mit allen bin ich noch regelmäßig im Austausch via WhatsApp und einem monatlichen Zoom-Treffen.
Und wenn ich schon mal in den Niederlanden bin, besuche ich auch noch Amsterdam, dachte ich. Ich fuhr heim voller neuer Eindrücke und knapp einem Sonnenbrand entronnen.
Viel zu lernen, viel zu geben
Ich absolvierte noch einige Webinare. Natürlich zum Schreiben. Aber auch für alles „nebenbei“: Webseite bauen, Newsletter einrichten, Instagram nutzen und verstehen lernen, Beiträge für Social Media gestalten und erstellen, KI als Hilfsmittel akzeptieren und ausprobieren. So viel wie 2025 habe ich lange nicht in so kurzer Zeit gelernt.
Ich treibe mich auch in Facebook-Gruppen herum, und habe darüber ein paar Texte zum Draufsehen erhalten. Es macht mir Spaß, fremde Texte kritisch zu lesen und den Autor:innen Rückmeldung zu geben. Immer wertschätzend, denn ich weiß, wie viel Zeit und Herzblut darin steckt. Aber ehrlich in der Meinung, denn anders hilft es niemandem weiter. Zu benennen, was gut ist, und was mir nicht gefällt, ist auch jedes Mal lehrreich für mich. Ich könnte mir sogar vorstellen, mich zum Lektor ausbilden zu lassen. Aber dann hätte ich zu wenig Zeit für meine eigenen Werke.
Es lief nicht alles rund
Meine Depression ist leider immer wieder ein Hemmschuh. Dass ich an einem durchschnittlichen Tag meist nur Energie für maximal drei Stunden konzentriertes Arbeiten habe, damit habe ich mich arrangiert. Und ich freue mich über jene guten Tage, an denen ich mich fast normal fühle, echten Schwung habe, laute Musik vertrage und durch die Wohnung tanze. Aber es gibt eben auch schlechte Zeiten, wenn ich mal wieder Stunden brauche, um mich von anstrengenden Albträumen zu erholen, oder „einfach so“ ohne Kraft und Antrieb durchhänge. Zwei Seminare an der Bundesakademie in Wolfenbüttel musste ich deshalb am Tag des Kursbeginns absagen. Und auch nicht bei jedem Familienfest konnte ich dabei sein.
Anfang September war ich eine Woche auf der Insel Langeoog. Auszeit für mein Autoren-Hirn. Tausend Wohlfühl-Momente. Sonne satt. Bester Räucherfisch von Klette.
Wenn ich einmal reich wär …
Mein Irene-Jahr neigt sich dem Ende zu. Von meinen Testleserinnen habe ich viel Lob und ein paar wichtige Denkaufgaben bekommen. Ich habe noch einen letzten Bearbeitungs-Durchgang für den Roman vor mir. Ich werde ihn vielleicht nicht mehr im Dezember abschließen können, aber im Grunde habe ich mein Ziel erreicht: Das Buch ist fertig! Nun geht es daran, dafür einen Verlag zu finden.
Mein Traum ist es natürlich, dass meine Geschichte viele Leserinnen und Leser begeistert. Dass sie mehr von Irene und Konrad lesen wollen. Ich habe viele Ideen für Fortsetzungen und würde es lieben, noch reichlich Zeit mit meinen Figuren in ihrer Welt zu verbringen. Besonders toll wäre es, wenn ich damit auch Geld verdienen würde. Zunächst mal so viel, um die Kosten dieses Jahres auszugleichen. Am Besten sogar genug, um irgendwann den dunklen Winternächten in Deutschland entfliehen zu können. In Portugal, Spanien oder auf Malta vielleicht. Dort könnte ich mit Sonne im Herzen sicher wunderbare Geschichten schreiben. Und Blogbeiträge natürlich auch.
